Persönliches

Mein Elternhaus war von der Begegnung mit Menschen verschiedenster sozialer und kultureller Hintergründe geprägt. So habe ich schon als Kind erfahren: Menschen sind verschieden, ihre Bedürfnisse sind unterschiedlich, Lebensläufe sind einzigartig.

 

Im Kontext der verbandlichen Jugendarbeit habe ich die Dynamik verschiedener Gruppen erlebt. Ich fühlte mich geborgen innerhalb meiner Pfadfinder"familie". Wir haben gemeinsam gelernt, Verantwortung zu tragen und selbstwirksam zu leben. Wir haben zusammen am Feuer gesessen, gesungen, geträumt und in diesem Moment die Welt für uns ein bißchen besser gemacht, als wir sie vorgefunden hatten.

 

Meine Urgroßmutter machte mir in der Phase ihres Sterbens ein Geschenk. Sie war sehr alt, sie hatte ein erfülltes Leben, sie war immer eine mutige Frau gewesen. Und jetzt hatte sie Angst vor dem Sterben. Und war damit im Reinen. Die Botschaft, die ich für mich daraus mitgenommen habe: "Du darfst Angst haben. Du musst nicht perfekt sein. Du darfst einfach sein - mit allem!"

 

In einer persönlichen Krise habe ich "meinem Drachen" ins Gesicht geblickt. Das war beängstigend. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, "auf ihm zu reiten" und ihn so für meine Bedürfnisse zu nutzen. Er kann weiterhin wild und aufbrausend sein, aber er arbeitet für meine Anliegen und Ziele - nicht gegen mich.

 

Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung hat mich immer wieder die Grenzen meiner Belastbarkeit und auch meiner Persönlichkeit neu ausloten lassen. Gerade den Menschen, die mich immer wieder ins Äußerste gebracht haben, verdanke ich sehr viel. Sie waren und sind der Katalysator meiner eigenen Entwicklung.

 

Auf meiner Suche nach Verbundenheit habe ich viel Freundschaft und Liebe finden dürfen. Als ich es mir erlaubte, war dann auf einmal auch der eine da, der mir seit einigen Jahren verlässlicher Partner, liebevoller Spiegel, Rückenstärker und vieles, vieles mehr ist.

 

Als Mutter fühle ich Liebe, Angst und Verzweiflung um ein Vielfaches potenziert. Alles wurde noch einmal intensiver mit der Geburt unserer Tochter. Diesen kleinen Menschen heranwachsen sehen zu dürfen, zeigt mir das Wunder des Lebens aus neuer Perspektive. Und mir wird immer bewusster, wie kostbar das Leben ist ... und gleichzeitig so verletzlich.

Praxis Anne Rinklin

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